Prinzregent Luitpold

„Ein halbjähriges Bäumchen dem edeln Kinderfreunde von Kastenmeier königlichen Landrichter u. Oberschulkommissär bei der Königs Feyer dargereicht von der Schuljugend in Kallmünz“ (1806), Titelblatt

Lageort: Amberg, Staatsarchiv, Landgericht ä.O. Burglengenfeld, 581
Copyright: Staatsarchiv Amberg
Untertitel:

Handschrift von Georg Zenger, Schüler aus Kallmünz, 1806

Gedichte/Lieder

In Kallmünz fand eine prächtig und einfallsreich gestaltete Königsfeier statt. Als Vertreter der Obrigkeit nahm der Landrichter von Burglengenfeld, Kastenmeier, mit seiner Frau, an der Feier teil. Die Schulkinder schenkten ihm zur Erinnerung einen Baum und begleiteten dieses Geschenk mit einem Gedicht. Vermutlich stammten die Idee und das Gedicht vom Ortsvorsteher von Kallmünz oder dem dortigen Lehrer, die sich so mit dem Landrichter gut stellen wollten. Er konnte eventuell bei den Zentralbehörden in München um ein neues Schulhaus bitten.

„Im Lenz ein Kern, jetzt schon ein Baum, Von uns gepflegt im kleinen Raum. So haben wir es oft gehört, der Lehrer hat uns so gelehrt, Wir habens dann auch so gemacht, Und aus Kern diesen Baum gebracht. Nimm ihn du edler Kinderfreund! Der’s recht gut mit uns Kleinen meynt; Pflanz ihn hin in deinen Garten, Wenig noch, laß seiner warten: Gleich noch Natur, in seiner Zeit Bringt er dir doch gewieß noch Freud. Wie dieses Baumes Wuchs, schön und prächtig; Werde unser König groß und mächtig. Edler! Dies Bäumchen pflanzte meine Hand, Nimm es von uns als Kindlich Liebespfand. Nimm dieß Bäumchen als kleins Geschenck, Edler! Sey Unser eingedenck! Bald sorg für uns nach deinem Wort Werds Schulhaus am bequemsten Ort. O! gern gehen wir in die Schul hinein, So gesund bequemer Ort wird seyn; Wir wollen lernen gut und viel, Wie's unser König haben will, Rechnen, Lesen, und, das Schreiben, Auch die Baumzucht woll'n wir treiben: Oft woll'n wir in die Kirche geh'n, Und dort zu Gott den Vater fleh'n, dass er über unsern König walte; Ihn und Dich für uns ja lang erhalte, damit der König sagen kann: Jedes Kind ist guter Unterthan. Geschriben von Georg Zenger Schüler“.

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