Schlacht von Hanau, 30. Oktober 1813

Künstler, Ersteller / Fotograf: Wilhelm von Kobell (1766-1855)
Lageort: München, Bayerische Staatsgemäldesammlung, WAF 446, www.pinakothek.de/neue-pinakothek
Copyright: Weilheim, Artothek, Spezialarchiv für Gemäldefotographie, 002381h
Untertitel:

Gemälde, Öl/ Leinwand

Kriegerische Ereignisse

Nach dem Bündniswechsel Bayerns im Vertrag von Ried am 8. Oktober 1813 erhielt der bayerische General Wrede das Oberkommando über die bayerisch-österreichischen Streitkräfte am Inn.

Wrede suchte das Gefecht mit dem in der Völkerschlacht von Leipzig (16. bis 19. Oktober 1813) geschlagenen Napoleon, um den Alliierten die Ernsthaftigkeit von Bayerns Bündniswechsel zu demonstrieren. Die Gelegenheit ergab sich bei Hanau. Hier sollte die ca. 30.000 Mann starke bayerisch-österreichische Streitmacht den Franzosen den Rückweg nach Westen verlegen.

Wrede stellte sich hier zur Schlacht, da er glaubte nur auf die Nachhut Napoleons zu treffen. Er stieß jedoch auf die französische Hauptmacht, die doppelt so stark war wie seine eigenen Verbände. Mit massivem Artillerie- und Kavallerieeinsatz gelang dem französischen Kaiser der Durchbruch durch den linken Flügel Wredes. Die Soldaten der Verbündeten flohen panikartig über die Kinzigbrücke nach Hanau. Trotz dieser Niederlage konnten die bayerisch-österreichischen Truppen doch noch einen Erfolg verbuchen, indem sie am 31. Oktober die französische Nachhut aus Hanau vertrieben.

Das Gemälde zeigt das entscheidende Reitergefecht vom 30. Dezember 1813. Bayerische und österreichische Kavallerie sollte die französische Großbatterie, die den Verbündeten stark zusetzte, ausschalten. Während bayerische Cheveaulegers - erkennbar an ihrem Raupenhelm und der grünen Uniform - sich in der Bildmitte im Gefecht mit französischen Kürassieren befinden, warten links im Vordergrund österreichische Dragoner und Kürassiere auf ihren Einsatz. Auf sie reiten zwei bayerische Cheveaulegers zu, die in ihrer Mitte den tödlich verwundeten Prinzen Karl von Oettingen-Wallerstein vom Schlachtfeld geleiten. Von rechts attackieren österreichische Husaren die französische Reiterei, bayerische Infanterie (in weiß-blauer Uniform) formiert sich im Hintergrund rechts zum Angriff.

Wredes Kavallerieangriff scheiterte und die siegreiche französische Reiterei fiel der Infanterie der Verbündeten anschließend in die Flanke. Damit war die Schlacht zugunsten Napoleons entschieden.

Glaser, Hubert (Hg.): Krone und Verfassung. König Max I. Joseph und der neue Staat (Wittelsbach und Bayern, Band III/2), München/Zürich 1980.

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