Schlacht bei Wagram am 5./6. Juli 1809, Angriff der bayerischen Division Wrede

Beleg:

Parl CD

Künstler, Ersteller / Fotograf: Wilhelm von Kobell (1766-1853)
Lageort: München, Residenzmuseum
Copyright: München, Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen
Untertitel:

Gemälde, Öl auf Leinwand, 1811

Der Fünfte Koalitionskrieg zwischen Napoleon und seinen Verbündeten Bayern und Württemberg auf der einen Seite und Österreich, das mit Großbritannien alliiert war, auf der anderen Seite wurde in der Schlacht bei Wagram am 5./6. Juli 1809 zugunsten des französischen Kaisers entschieden. Österreich musste daraufhin den Diktatfrieden von Schönbrunn schließen, in dem es weitere Gebiete an die Verbündeten Napoleons verlor, hohe Kriegsentschädigungen zahlen und sein Heer stark verkleinern musste. Wie Preußen 1807 war Österreich nun nur mehr eine Macht zweiten Ranges.

Nach den Siegen Napoleons in Bayern verfolgten seine Truppen die fliehenden Österreicher bis in die Gegend von Wien. In der Schlacht von Aspern am 21./22. Mai 1809 erlitt der französische Kaiser erstmals eine Niederlage. Unter Hinzuziehung der Hauptmacht des bayerischen Heeres unter General Wrede, der bis dahin gegen die aufständischen Tiroler gekämpft hatte, holte Napoleon sechs Wochen später zum entscheidenden Schlag gegen Habsburg aus. Mit 180.000 Mann griff er die 150.000 Österreicher unter Erzherzog Karl am 5. Juli bei Wagram an.

Das Bild Kobells, der Augenzeuge dieser Szene war, zeigt den Angriff der bayerischen Division Wrede am zweiten Tag der Schlacht. Da ein Angriff auf das österreichische Zentrum gescheitert war, schickt Napoleon nun die bayerischen Verbände zur Unterstützung nach vorne. Als die Bayern an die Front kommen, ist die Schlacht bereits zugunsten des französischen Kaisers entschieden und die Österreicher befinden sich auf dem Rückzug. Wrede wird beim Versuch, die geschlagenen Truppen Erzherzog Karls zu verfolgen, von einer Kanonenkugel leicht verletzt. Kobell zeigt im Vordergrund, wie der verwundete General mit einer Eskorte den Kampfbereich verlässt, während im Hintergrund seine Division vorrückt. Das Gemälde vermittelt in drastischer Weise die gigantische Dimension der Schlacht und das in zehntausendfache Anonymität entrückte menschliche Leiden.

Junkelmann, Marcus: Napoleon und Bayern, Regensburg 1985.

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