Ludwig II.

Spottbild auf das Ende des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation

Künstler, Ersteller / Fotograf: Stich: Endaimon Grollmann nach einer Zeichnung von Schirach, Pitt und Thugut
Lageort: Speyer, Historisches Museum der Pfalz, HMO 2338, 2940
Copyright: Speyer, Historisches Museum der Pfalz
Untertitel:

Stich von Endaimon Grollmann nach einer Zeichnung von Schirach, Pitt und Thugut, 1806

Zusammenfassung:

Das Spottbild trägt die Überschrift "Und die Graeber der Heiligen thaten sich auf Und die Aufklaerung und der Gemeingeist erschienen aufs neue in Deutschland".

Grafiken
Karikaturen

Die Erhebung Bayerns zum Königreich war verknüpft mit der Verleihung der vollen Souveränität des bayerischen Herrschers über sein Territorium in der Innen- und Außenpolitik. Damit stand König Max I. Joseph, wie auch der König von Württemberg, jedoch außerhalb der Vereinbarungen und Gesetze des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation. Obwohl man anfangs mittels juristischer Gutachten noch versuchte, sowohl die Souveränität als auch die Mitgliedschaft im Reich als Möglichkeit zu beweisen, konnte dies nicht gelingen. Napoleon hatte die größeren Staaten aus dem Verbund des Reichs herausgelöst, Säkularisation und Mediatisierung hatten bereits vorher die geistlichen Fürsten, die Reichsstädte und viele andere selbstständige Herrschaften den Ländern zugeschlagen, die Gebiete links des Rheins an Frankreich verloren hatten. Dazu kam, dass Napoleon mit dem Rheinbund einen neuen Staatenbund unter seinem Einfluss gründete. Die 16 Rheinbundstaaten mussten aus dem Reich austreten. Das Reich hatte also den größten Teil seiner Mitglieder verloren. Am 6. August 1806 legte Kaiser Franz II. konsequenterweise die römisch-deutsche Kaiserwürde nieder. Damit war das Heilige Römische Reich Deutscher Nation aufgelöst.

Das Spottbild trägt die Überschrift "Und die Graeber der Heiligen thaten sich auf Und die Aufklarung und der Gemeingeist erschienen aufs neue in Deutschland".

Das Alte Reich mit seinen Säulen, gebildet von Reichsgutachten, mit den Gesetzeswerken, wie der Peinlichen Halsgerichtsordnung oder dem Codex Criminalis, mit den Reichssteuern und der Reichsheeresordnung oder der kaiserlichen Wahldeputationen stürzt ein. Der Kaiser sitzt zwar noch auf seinem Thron, aber über ihm hängt der Thronbaldachin bereits gefährlich schief. Im nächsten Moment wird alles einstürzen. Kaiser Franz II. zeigt ein Blatt mit dem abgewandelten Gebet "Vater Franz in deine Hände lege ich meinen Geist und das Heilige Römische Reich neigte sein Haupt und verschied". Das Ende des Reichs ist demnach besiegelt. Um den Tisch herum stehen drei Kurfürsten, vor ihnen liegen Zettel mit den Aufschriften "Hessen erhält", "Württemberg erhält", "Baden erhält" und "Bayern erhält". Sie werden als Gewinner aus der Auflösung des Reichs hervorgehen. Die Bänke der geistlichen Fürsten und der Reichsstädte, die einen Sitz im Reichstag hatten, sind leer. Ihre Vertreter stehen jetzt auf der rechten Bildseite als eindeutige Verlierer der Reichsauflösung. Ihnen wird der Zugang zur Macht verwehrt.

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