Ludwig II.

Karikatur „Majestät, genga S’ heim, Revolution is!“

Beleg:

Rote Hand, Nr. 91/92 vom 8. November 1921, Titelseite

Künstler, Ersteller / Fotograf: unbekannt
Lageort: München, Bayerische Staatsbibliothek/Porträtsammlung
Copyright: Bayerische Staatsbibliothek München/Porträtsammlung
Untertitel:

Zeitung, Papier, 8. November 1921, München

Zeitungen

Karikatur „Majestät, genga S’ heim, Revolution is!“ aus der Zeitung „Rote Hand“ vom 8. November 1921.

Ludwig III., in schwarzem Mantel, mit Melone und Gehstock, wird beim Spaziergang auf der Straße von zwei Männern angesprochen: „Majestät, genga S’ heim, Revolution is!“ Im Hintergrund Häuser.

Bildüberschrift: „Vor drei Jahren:“
Bildunterschrift: „Majestät, genga S’ heim, Revolution is!“
Fließtext unter der Karikatur: „Mit diesen Worten wurde König Ludwig am Spätnachmittag des 7. November 1918 auf einem Spaziergang im Englischen Garten von Arbeitern zum erstenmal [sic!] auf die drohende Gefahr aufmerksam gemacht.
In der nämlichen Nacht noch mußte er aus der Hauptstadt fliehen.
Drei Jahre sind seitdem verflossen. Drei Jahre des Unglücks und der Enttäuschungen für das bayerische Volk, vor allem auch für die bayerischen Arbeiter, die bisher vergeblich auf das verheißene Paradies gehofft haben.
Die großartige Beteiligung an den Beisetzungsfeierlichkeiten für den in der Fremde verstorbenen König hat sichtbar bewiesen, wie sehr allmählich die Reue über den Wahnsinn der Novembertage 1918 in allen Kreisen der Bevölkerung um sich greift.“

Karikatur auf die Umstände der revolutionären Unruhen im München des Novembers 1918 und das folgende Ende der bayerischen Monarchie. Ludwig III. wird als Monarch dargestellt, der erst durch einen Hinweis aus der Bevölkerung auf die drohenden revolutionären Unruhen hingewiesen wird, um letztlich seine Flucht aus München anzutreten. Im Text wird aber auch klar, dass die Verheißungen auf die viele, v.a. auch die Arbeiter, gehofft hatten 1921 nicht eingetroffen waren. Der Hinweis auf die große Beteiligung aus allen Bevölkerungsteilen an den Beisetzungsfeierlichkeiten für das Königspaar am 5. November 1921 gipfelt in der Feststellung, die Revolution werde heute als „Wahnsinn der Novembertage 1918“ empfunden.

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