„Predigt am 12 Jenner 1806 als das Fest der dem Kurhause Baiern zu Theil gewordenen Königswürde von der protestantischen Gemeinde in Ulm gefeiert wurde, gehalten von Johann Christoph Schmid, Konsistorialrath, Ulm 1806“

Künstler, Ersteller / Fotograf: Johann Christoph Schmid (Autor)
Lageort: München, Bayerische Staatsbibliothek, Horn.1791, 21
Copyright: Bayerische Staatsbibliothek München
Untertitel:

Johann Christoph Schmid (1756–1827), Ulm, 12. Januar 1806

Buchdruck auf Papier

Gedru-Sonstiges

Die Reichsstadt Ulm fiel mit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 an das Kurfürstentum Bayern. Sie war seitdem Sitz der Landesdirektion für die Baierische Provinz Schwaben. Mit der Einteilung des neuen Königreichs Bayern in Kreise im Jahre 1808 wurde Ulm Sitz der Regierung (des Generalkreiskommissariats) des Oberdonaukreises. 1810 vereinbarten sich Bayern und Württemberg auf französische Veranlassung im Vertrag von Paris (18. Mai) eine neue Grenzziehung, derzufolge Ulm an das Königreich Württemberg überging.

Der Ulmer Konsistorialrat und Gymnasialprofessor Johann Christoph Schmid veröffentlichte 1806 seine Predigt, die er anlässlich der Königsfeier im Ulmer Münster gehalten hatte.

„[...] Während ein Regentenstamm, mit welchem unser Fürstenhaus schon seit mehrern Jahrhunderten öfters im Kampf, und fast ununterbrochen in eifersüchtigen Verhältnissen gelebt hat, durch den unaufhaltsamen Lauf der Begebenheiten unsrer Tage empfindlichen Verlust und Kränkungen erfahren hat, sehen wir dieses Fürstenhaus zu frischer Kraft und zu neuem Glanz emporgehoben. Unser geliebter Kurfürst ist mit der Königskrone geschmückt, ein Schmuck, der ihn um so würdiger ziert, je mehr er mit dieser Erhabenheit Milde, Wohlwollen und Menschlichkeit paart. Von ihm, den wir schon um sein selbst willen zu ehren und zu lieben so geneigt sind, dürfen wir getrost erwarten, dass indem sein Haupt mit der Krone prangt, sein Herz die Pflicht fühlen, ehren und freudig beobachten werde, mit der erhöheten äusserlichen Würde auch jene frommen Eigenschaften der Milde, des Wohlwollens und der Menschlichkeit erhöhen und zu verstärken. [...]

Besonders erkennen wir auch in dem Ereignisse, das wir heute feierlich begehen, die Macht und Liebe dessen, der auch über Thronen herrscht, wenn es gleich durch Menschen und durch menschliche Mittel und Wege ausgeführt wurde. Ueber unsern Fürsten und sein Land war von Menschen Unheil beschlossen, aber nicht nur rettete ihn der, der allein retten kann, aus dieser Gefahr, sondern durch seine weise Leitung werden die Gränzen des Landes erweitert, wird des Regenten Haupt mit der Königskrone geschmückt. Wir freuen uns dieses frohen Ausgangs, und erkennen die Pflicht, den als König noch ferner zu ehren, zu lieben und ihm zu gehorchen, dem wir als Fürsten Gehorsam, Achtung und Liebe erwiesen haben. [...]“

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