Kohlefadenglühlampe mit Blumendekor (um 1886) und Frühe Kohlefadenglühlampe (um 1883)

Beleg:

Götterdämmerung. König Ludwig II. und seine Zeit. Katalog zur Bayerischen Landesausstellung 2011, Schloss Herrenchiemsee, 14. Mai bis 16. Oktober 2011. Hrsg. von Peter Wolf, Richard Loibl und Evamaria Brockhoff, Augsburg 2011, S. 222.

Künstler, Ersteller / Fotograf: Siemens & Halske; Fotograf: Philipp Mansmann, München
Lageort: München, Siemens Corporate Archives (b) = 08909; a) = 08911)
Copyright: Haus der Bayerischen Geschichte, Augsburg
Untertitel:

a) Glas, lackiert und bemalt, Baumwollfaden, Metall, Steinmehl, H.14cm, Ø5cm, Berlin, um 1886
b) Glas, Metall, Steinmehl, H.13cm, Ø6,5cm, Berlin, um 1883

Fotos
Technik

Mit den ersten Glühbirnen eroberte die Elektrizität langsam die privaten Haushalte.

Die erste elektrotechnische Ausstellung in Paris 1881 mit den dort präsentierten Kohlefadenlampen Edisons leitete den Übergang von Bogen- zu Glühlampen ein. Für Deutschland erwarb die Deutsche Edison-Gesellschaft das Recht, eigene Lampen, Fassungen, Beleuchtungskörper und Zentralstationen zur Versorgung kleiner Straßenbezirke zu bauen. Siemens & Halske bezog anfangs die Glühlampen von Edison, errichtete dann ab 1882 in Berlin eine eigene Fabrik. Wurden dort 1886 ca. 600 000 Stück gefertigt, stieg 1895 die Zahl bereits auf drei bis vier Millionen. Ähnlich progressiv entwickelte sich die Produktion bei anderen Herstellern wie zum Beispiel Philips.

Bei den Exponaten handelt es sich um birnen- bzw. kugelförmige Kohlefadenlampen, deren Glaskörper durchsichtig bzw. stark bemalt ist. Das dekorative Element spielte anfangs eine große Rolle, da die elektrische Beleuchtung lange Zeit ein Luxusgut war. Im Gegensatz zu den bis heute bekannten Glühlampen mit Schraubgewinde, wie sie Edison entwickelt hatte, haben die Exponate so genannte Swan-Fassungen ohne Schraubung mit zwei isolierten Auslegern, an denen innen die Platindrähte angeschmolzen waren. Die Ausleger wurden dann in die Fassung eingesteckt und verhakt, ähnlich modernen Halogenlampen.

Die Glühlampe war Teil eines aufeinander abgestimmten elektrischen Systems: Der Strom wurde in Block- und Zentralstationen erzeugt, über eigene Leitungsnetze verteilt, um dann die angeschlossenen Glühlampen über ebenfalls neu konstruierte Schalter zu zünden.

(Wilhelm Füßl)

Literatur:

Wulf, Hans-Jürgen (Hg): Die Geschichte der elektrischen Glühlampenbeleuchtung, Turgi 1998.

Vgl. hierzu auch: Elektrische Bogenlampe für den Münchner Hauptbahnhof (1878)

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