Maximilian II.

Geschosse, Granaten und Kugeln aus den Kriegen von 1866 und 1870/71

Beleg:

Götterdämmerung. König Ludwig II. und seine Zeit. Katalog zur Bayerischen Landesausstellung 2011, Schloss Herrenchiemsee, 14. Mai bis 16. Oktober 2011. Hrsg. von Peter Wolf, Richard Loibl und Evamaria Brockhoff, Augsburg 2011, S. 67.

Künstler, Ersteller / Fotograf: Fotograf: Rolf Nachbar, Reichenberg
Lageort: Marktheidenfeld, Privatsammlung
Copyright: Haus der Bayerischen Geschichte, Augsburg
Untertitel:

a) Preußische Granate für Geschütz Typ C 61: Gussstahl, Blei, Messing, H.16,5cm, Ø8,3, 3,7kg (leer)
b) Bayerische Rundkugel: Gussstahl, Ø11,4cm, 4,02kg
c) Württembergische Granate: Gussstahl, H.16cm, Ø7,5cm, 3,7kg
d) Gewehrgeschosse; Bayerische und preußische Geschosse abgefeuert aus Zündnadelgewehr und Vorderlader: Blei, L.22-27cm, Ø14cm
e) Sprengstücke von preußischen Granaten: Gussstahl, Blei

Zusammenfassung:

In den Kriegen von 1866 und 1870 zeigte sich die militärische Überlegenheit Preußens.

Militaria

Als die Artillerie noch ausschließlich glattläufige Rohre verwendete, also bis etwa 1860, besaßen ihre Geschosse Kugelform, und zwar auch die Sprenggranaten („Bomben“). Im Krieg kamen solche Geschosse nur noch bei Belagerungen aus kurzläufigen Steilfeuergeschützen, den „Mörsern“, zum Einsatz.

Im Deutsch-Französischen Krieg wurden fast ausschließlich Geschütze mit gezogenen Rohren verwendet, aus denen Langgranaten verschossen wurden, also Geschosse, deren Länge größer als der Durchmesser war und die sich zur Spitze hin verjüngten. Dort war auch der Zünder eingesetzt. Die preußische Feldartillerie hatte schon zu Beginn der 1860er-Jahre den Übergang zum Hinterlader mit Rohren aus Gußstahl vollzogen, und Bayern folgte diesem Vorbild rasch. Die Züge waren Nuten, die sich spiralförmig durch das Laufinnere zogen. Ihre Aufgabe war es, das Geschoss in Rotation zu versetzen, damit es mit der Spitze voran flog und sich nicht überschlug. Die Granaten der damaligen Hinterlader besaßen einen Bleimantel, der sich beim Gang durch das Rohr in die Züge presste. Er sorgte gleichzeitig dafür, dass keine Treibgase am Geschoss vorbeistreichen konnten. Die französischen Geschütze wurden von vorne geladen und hatten noch Rohre aus Bronze, einem Material, das weniger belastbar als Gussstahl war. Ihre Granaten besaßen Zapfen aus Zink, die genau in die Züge passten. Das deutsche System erwies sich im Krieg als überlegen.

(Dieter Storz)

Literatur:

Sauer, Karl Theodor von: Grundriss der Waffenlehre, München 1869.

Zugehörige Themen

  • Der deutsche Krieg 1866 und die folgenden Reformen

    Kriege und Reformen bestimmten den Beginn der Regierung König Ludwigs II. Die Thronbesteigung im März 1864 fiel in die Anfangsphase des...

  • Der deutsch-französische Krieg 1870/71, die Reichsgründung und Bayern im Kaiserreich

    Mit dem Krieg Preußens und der süddeutschen Staaten gegen Frankreich 1870/71 wurde die „Deutsche Frage“ endgültig entschieden. 1871 wurde ein...

  • Zugehörige Ereignisse

  • 22. Landtag des Königreichs Bayern (1866–1869)

    Der 22. Landtag des Königreichs Bayern tagt von Mai 1866 bis April 1869.

    Zum Verlauf siehe „Geschichte des Bayerischen Parlaments seit 1819“ (...

  • 24. Landtag des Königreichs Bayern (1870–1871)

    Der 24. Landtag des Königreichs Bayern tagt von Januar 1870 bis Februar 1871. Er steht v.a. im Zeichen des deutsch-französischen Krieges. Außerdem...

  • Zugehörige Personen

    Zugehörige Objekte

  • Schützenscheibe „Occupation Bayreuths durch die Preussen, am 28. Juli 1866“ (1867)

    Schützenscheibe der Vereinigten Schützengilde St. Georgen, Bayreuth, von 1867.

    Ansicht der Bayreuther Bahnhofsstraße während der Besetzung durch die...

  • Schützenscheibe „Verteidigung des Friedhofes in Kissingen durch bay. Jäger am 10. Juli 1866“ (1866)

    Schützenscheibe der Schützengesellschaft Emskirchen, von 1866.

    Ansicht bayerischer Soldaten im Kirchhof bei der Schlacht in Kissingen am 10.7.1866.

    ...

  • Zögern Sie nicht uns bei Fragen und Anregungen einfach anzuschreiben

    Kontaktieren Sie uns