Ludwig II.

Dienstsiegelmarke der königlich bayerischen Gesandtschaft in Wien (vor 1918)

Beleg:

Hof- und Staatshandbuch des Königreichs Bayern, Jgge. 1824, 1827, 1828, 1833, 1835, 1839–1847; Wilhelm Volkert (Hrsg.), Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980, München 1983, S. 27

Lageort: Augsburg, Haus der Bayerischen Geschichte
Copyright: Haus der Bayerischen Geschichte, Augsburg
Untertitel:

Druck auf Papier, Durchmesser 3 cm

Gedru-Sonstiges
Hoheitszeichen

Wie die meisten Staaten im 19. Jahrhundert unterhielt das Königreich Bayern Außenhandelsvertretungen, um seine wirtschaftlichen Interessen im Ausland wahrzunehmen. Im Lauf des Jahrhunderts breitete sich das Netz bayerischer Konsulate und Handelsagenturen über das Gebiet des Deutschen Bundes, in Europa, Asien und Amerika aus. Den Anfang machte Bayern 1819 mit der Errichtung von Handelsvertretungen in Venedig und Hamburg.

Die Außenhandelsvertretungen unterstanden dem Ministerium des Äußern und des königlichen Hauses. Das „Hof- und Staatshandbuch des Königreichs Bayern“ unterrichtet darüber, an welchen Orten bayerische Repräsentanten installiert waren. Die Außenhandelsvertretungen wurden von Diplomaten unterschiedlichen Ranges geleitet. Man unterschied zwischen Generalkonsulat (GK), Konsulat (K), Vizekonsulat (VK), Sitz eines Handelsagenten (HA) oder eines Agenten (A).

Chronologie der königlich bayerischen Außenhandelsvertretungen 1819–1847 (Jahr der Einrichtung, Ort, Rang):

1819: Venedig (HA), Hamburg (GK)

1824: Bordeaux (K), Leipzig (GK), Messina (HA), Neapel (HA), Triest (K), Wien (A)

1827: Altona (mit Hamburg verbunden, GK), Ancona (HA), Fermo (VK), Livorno (A), Paris (A)

1828: Genua (HA), Girgenti (HA), Livorno (K, seit 1835 HA)

1833: Aachen (HK), Amsterdam (K), Bahia (HA), Dresden (K), La Guayra (HA), Havre de Grace [Maryland, USA] (K), Karlsruhe (K), Köln (K), Lübeck (K), Magdeburg (K), Mannheim (K), Marseille (K), Mexico-Stadt (HA), Münden (K), St. Petersburg (K), Riga (K), Rio de Janeiro (A), Rotterdam (K), Straßburg (K)

1834: New York (HK)

1835: Bozen (K), London (K), Montpellier und Celte (K), Odessa (K)

1839: Athen (K), Bayonne (K), Bremen (K), Buenos Aires (HK), Civitavecchia (K), Fiume (K), Frankfurt am Main (K), Gibraltar (K), Hannöversch-Münden (K), Konstantinopel (HK), Korfu (GK), Kopenhagen (GK), Lissabon (GK), Moskau (K), Nizza (K), Patras (K), Philadelphia (K), Smyrna (HK), Syra (K)

1840: Emden (VK), Porto Allegre (VK), Rio Grande de San Pedro (VK)

1845: Antwerpen (K), Venedig wird aufgegeben

1847: Louisville (K)

Zu Beginn der Regierung Ludwigs I. unterhielt Bayern insgesamt 13 Außenhandelsvertretungen. 1847 waren es weltweit 60 Konsulate oder Handelsagenten. Zur selben Zeit gab es allerdings nur neun konsularische Vertretungen in Bayern.

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