Ludwig II.

Die Königsfeier in Landshut (1806)

Lageort: München, Staatsarchiv, RA 1167, Nr. 16202
Copyright: Staatsarchiv München
Untertitel:

Bericht

Handschrift auf Papier

Amtlicher Schriftwechsel

In Landshut feierte man die Erhebung Bayerns zum Königreich am 6. Januar 1806 mit Musik, der verordneten kirchlichen Feier und einer Illumination. Das Königliche Landgericht Landshut berichtete darüber.

„Der heutige Tag [der 6. Januar] [...] war der festlichste, den je hießige Stadt erlebte. Seinen Anbruch begrüßte der Donner der Kanonen, und der BürgerGarde gut besetzte türckische Musik. [...] Um 10 Uhr erfolgte die feyerliche Proklamation durch den Stadt- und Polizey Kommissär von Röckl in Begleitung des [...] Magistratsraths Huber und des Stadtgerichts Aktuars [...], dann 50 Mann hießiger Bürger Kavallerie mit 4 Trompetern, [...]“. Man verkündete die Proklamation auf allen Hauptplätzen Landshuts und jedes Mal folgte der Verlesung ein lautes „Hoch lebe Max Joseph unser allergnädigster König, hoch lebe Karoline unsere allergnädigste Königin“. „Um diese wichtige Handlung noch mehr zu verherrlichen, ertönten auch so lang die Publikations Kommission unter den Schmettern der Trompeten die Strassen durchzohe, alle Glocken der Stadt, und der Donner der auf der Schießstadt aufgeführten Kanonen.“

Nach der Proklamation folgte um 11 Uhr ein Hochamt, dem auch der anwesende französische Stadtkommandant beiwohnte. „Die meisterhafte Musik während des Amtes besorgten die Akademiker.“ Danach folgte eine Parade.

Die Feierlichkeiten am Nachmittag waren von der schlechten Witterung bestimmt. Es schneite heftig, und erst abends gegen 18 Uhr „nach verschwundenen Taglicht erhellte sich die Stadt neuerlich zu einem künstlichen Tage durch eine schöne Beleuchtung mit der alle Häuser prangten, [...]“. Um 19 Uhr zog wieder die bürgerliche türkische Musik durch die Stadt mit Fackeln, um 20 Uhr folgte der Zug der Akademiker mit „doppelten Chören von türkischer Musik, und Trompeten, und Pauken, [...]“ zur Residenz, „wo im mittersten Fenster das Bildniß unsers allergnädigsten Königs in Lebensgröße, und militärischer Uniform zur Seite die Königs Kron transparent erleuchtet stund. Hier wurde 11/2 Stund lang eine trefflich komponierte Symphonie unverbesserlich gespielt, und bey deren End abermal die lebhaftesten Vivat [...] angebracht. Gegen 23 Uhr verlohr sich das Volk von den Strassen, und begab sich nach Hause, oder in die Gasthöfe zu den da veranstalten Bällen, und Soupes, und erst spät nach Mitternacht erlosch [...] die Häuser Beleuchtung; aber unaufhörlich brennt die helle Fackel der Regenten, und Vaterlandsliebe in den Herzen aller biedern Baiern.“

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