Ludwig II.

Karte: Der Feldzug in Bayern 1809

Künstler, Ersteller / Fotograf: Werner Villbrandt, Regensburg
Lageort: Junkelmann, Marcus: Napoleon in Bayern, Regensburg 1985, S. 378.
Copyright: Marcus Junkelmann
Karten/Pläne

Österreich hatte bis 1805 allen Koalitionen gegen Frankreich angehört und war jedes Mal unterlegen. In den jeweiligen Friedensschlüssen war die Macht des Habsburger Kaisers massiv erschüttert worden. So war von Napoleon das Heilige Römische Reich deutscher Nation zwischen 1803 und 1806 zerstört worden, dem über Jahrhunderte hinweg der Kaiser aus dem Haus Habsburg als Reichsoberhaupt vorgestanden hatte. Auch habsburgische Gebiete in Italien und am Rhein waren an Frankreich verloren gegangen. Nachdem Österreich der vierten Koalition 1806/07 fern geblieben war, sah es 1809 seine Chance, sich für die Niederlagen zu rächen. Der Zeitpunkt erschien günstig, da Napoleon mit seiner erfahrenen Kerntruppe und Kontingenten des Rheinbundes Mitteleuropa im Herbst 1808 verlassen hatte, um den Aufstand in Spanien zu bekämpfen.

Im April 1809 schlug Österreich mit einem Vorstoß der inzwischen modernisierten Armee unter Erzherzog Karl nach Süddeutschland los. Es gab zwar im Herrschaftsgebiet Napoleons weitere kleinere Erhebungen, aber der große Volksaufstand, den man sich erhofft hatte, blieb aus. Auch trat das 1806/07 vom französischen Kaiser gedemütigte Preußen nicht in den Krieg ein.

Der herbei geeilte Napoleon konnte zunächst verhindern, dass die verstreuten französischen Einheiten in Bayern eingeschlossen und von den überlegenen Verbänden Erzherzog Karls vernichtet wurden. Bei Abensberg südwestlich von Regensburg schlugen am 20. April die Truppen Napoleons, bei denen sich auch eine bayerische Division unter dem Befehl von Kronprinz Ludwig befand, die Österreicher in die Flucht. Nach einem weiteren Erfolg bei Landshut am folgenden Tag konnte Napoleon zusammen mit seinen württembergischen und bayerischen Verbündeten die Truppen Habsburgs am 22. April bei Eggmühl südöstlich von Regensburg entscheidend schlagen. Nach dem erfolgreichen Sturm auf Regensburg, bei dem am nächsten Tage Napoleon die einzige Verletzung in seiner militärischen Laufbahn erhielt, war Bayern praktisch feindfrei, denn die geschlagenen Verbände der Österreicher befanden sich auf dem Rückzug.

Weder die erste Niederlage Napoleons in einer Feldschlacht bei Aspern in der Nähe von Wien noch der Tiroler Volksaufstand unter Andreas Hofer konnten das Blatt wenden. Nach seinem entscheidenden Sieg bei Wagram im Juli 1809 diktierte der französische Kaiser in Schönbrunn bei Wien den Österreichern harte Friedensbedingungen.

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