Maximilian II.

Schlacht bei Arcis-sur-Aube, 20./21. März 1814

Lageort: Abensberg, Aventin-Museum
Copyright: Augsburg, Haus der Bayerischen Geschichte
Untertitel:

Stahlstich

Grafiken

Nachdem bis Ende November 1813 Deutschland bis zur Rheinlinie von Napoleons Herrschaft befreit werden konnte, überschritten am 22. Dezember alliierte Truppen den Rhein, um den Krieg nach Frankreich zu tragen. Militärisch gesehen war die Lage Napoleons hoffnungslos. Die Verbündeten waren ihm vierfach überlegen. Reserven fehlten ihm fast völlig. Trotzdem wies der französische Kaiser mehrfach Friedensangebote der Alliierten zurück.

In der Schlacht von Brienne wurde Napoleon am 29. Januar bis 1. Februar unter bayerischer Beteiligung geschlagen. Trotz mehrer Rückschläge näherten sich die Alliierten unaufhaltsam der französischen Hauptstadt.

Die Truppen Wredes griffen am 20. März die französischen Verbände bei Arcis-sur-Aube an, die dort einen Brückenkopf auf dem Südufer gebildet hatten. Besonders hart umkämpft war das Dorf Torcy-le-Petit, das östlich von Arcis liegt. Der Ort wechselte an diesem Tag mehrfach den Besitzer. Die Bayern verloren in diesem schwersten Kampf, den sie während des Feldzugs zu bestehen hatten, ungefähr 850 Mann.

Als Napoleon am folgenden Tag mit herangeführten Reserven zum Angriff auf Wrede übergehen wollte, erkannte er, dass sich weit überlegene Kräfte der Österreicher näherten. Der französische Kaiser unterließ daraufhin den Angriff und zog sich zurück. Damit war für die Alliierten der Weg nach Paris frei, das nach kurzem Kampf am 30. März fiel. Die Truppen der Verbündeten - mit Ausnahme der Bayern, die am nächsten Tag folgten - zogen am 31. März 1814 in der französischen Hauptstadt ein. Nach einer Meuterei seiner Offiziere sah sich Napoleon am 6. April in Fontainebleau gezwungen, bedingungslos abzudanken. Am 20. April begann er seine Reise nach Elba, wohin ihn die Alliierten verbannt hatten.

Der Stich zeigt den Oberbefehlshaber der bayerischen Truppen, General Werde, wie er die Kämpfe leitet. Während der Feldherr einem Offizier Anweisungen gibt, stürmt bayerische Kavallerie mit Artillerieunterstützung gegen französische Stellungen in einer Ortschaft los. Das Gefecht um das brennende Dorf hat bereits - wie rechts zu sehen - unter den Bayern Verletzte und Tote gefordert. Bei der Ortschaft im Hintergrund handelt es sich wahrscheinlich um Torcy-le-Petit, da hier die Truppen Wredes zum Einsatz kamen.

Junkelmann, Marcus: Napoleon und Bayern, Regensburg 1985.

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