Maximilian II.

Karikatur „Nur keine Besorgniß!“ (1866)

Beleg:

Münchener Punsch. Ein humoristisches Originalblatt, 19. Jahrgang, Nr. 1, S. 1, 7.1.1866.

Erklärungstext (K. Heinemann):
Bayern & Preußen & Bayerns Preußen. Schlaglichter auf eine historische Beziehung. Katalog zur Ausstellung in der Bayerischen Vertretung, Berlin, 13. Mai bis 20. Juni 1999 und zur Bayerischen Landesausstellung auf der Plassenburg, Kulmbach, 8. Juli bis 10. Oktober 1999. Hrsg. von Johannes Erichsen und Evamaria Brockhoff, Augsburg 1999 (= Veröffentlichungen zur Bayerischen Geschichte und Kultur, Nr. 41/99, hrsg. vom Haus der Bayerischen Geschichte), S. 442.

Künstler, Ersteller / Fotograf: Herausgeber: Schleich, Martin
Lageort: München, Ludwig-Maximilians-Universität München - Bibliotheken am Englischen Garten
Copyright: Haus der Bayerischen Geschichte, Augsburg
Untertitel:

Karitatur/Druckschrift, Druck/Papier, 7.1.1866, München

Karikaturen

Karitatur „Nur keine Besorgniß!“ als Kritik auf die lange Zeit neutrale Haltung des bayerischen Königs Ludwig II. im preußisch-österreischischen Konflikt von 1866 (der im Jahresverlauf in den deutsch-deutschen Krieg mündete).

Inschrift oben: „Nur keine Besorgniß!“
Inschrift/Text unten: „Bayern hat, trotz der gegenwärtigen innerern Confusion, | nichts zu fürchten. Sollen etwa vormächtliche Raubvögel | je auf uns hassen, so muß Penkmaier's künstlicher | Schwan heraus und alle Gefahr verschwindet.“

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Die Münchner Presse kritisierte die passive Haltung König Ludwigs II. bereits 1866: Er überlasse das Feld den „Theatermaschinisten“ im Hintergrund, statt selbst auf der politischen Bühne aktiv zu werden.

Die Karikatur zeitgt den einköpfigen preußischen und den doppelköpfigen österreichischen Adler Habdsburgs, der im Begriff steht sich auf den „königlich bayerischen Schwan“ herabzustürzen, der wie eine Marionette von außen gelenkt und in eine geduckte Demutshaltung gezogen wird. „Bayern hat trotz der gegenwärtigen innern Confusion nichts zu fürchten. Sollten etwa vormächtliche Raubvögel je auf uns hassen, so muß Penkmaier's küntlicher Schwan heraus und alle Gefahr verschwindet.“
Der „Punsch“ kritisiert hier die lange Zeit neutrale Haltung des bayerischen Königs im preußisch-österreichischen Konflikt. König Ludwig II. wurde vorgeworfen, dass er sich aus den Staatsgeschäften in eine weltfremde Traumwelt nach Schloss Hohenschwangau flüchtete:
„Am 21. November [1865] Abends fand prachtvolles Feuerwerk statt, von Herrn Theatermaschinisten Penkmayr trefflich arrangiert. Nach dem Feuerwerk wurde die Scene der Ankunft des Schwanenritters aus Wagners Lohengrin auf dem Alpsee dargestellt. Ein großer, kunstreich nach der Natur gebildeter Schwan zog einen Kahn mit Lohengrin (Flügeladjutant Fürst Paul von Thurn und Taxis) über den Alpsee, der Schwanenritter mit Kahn und Schwan war mittels eines elektrischen Lichtes prachtvoll erleuchtet. Während dieses Vorgangs spielte die Musik die betreffenden Piècen aus Lohengrin.“

(Katharina Heinemann)

Literatur: Hormeyer, Goldene Chronik von Hohenschwangau, zitiert nach AK König Ludwig II., S. 24.

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