Ludwig I.

Medaille auf den Einzug der Franzosen in München am 28. Juni 1800 - Revers

Künstler, Ersteller / Fotograf: Andrieu, Gatteaux
Lageort: München, Staatliche Münzsammlung
Copyright: München, München, Staatliche Münzsammlung
Untertitel:

Kupfer, 1800

Medail/Münzen

Die Vorderseite zeigt den Kopf Napoleons, der hier als erster Konsul der französischen Republik zu sehen ist [„BONAPARTE PREMIER CONSUL DE LA REPUBLIQUE FRAN.SE“]. Auf der Rückseite übergibt die Münchner Stadtgöttin die Schlüssel der bayerischen Hauptstadt an die Siegesgöttin, die ihr ihrerseits den Friedenszweig reicht. Im Hintergrund sind niedergelegte Fahnen mit dem österreichischen Doppeladler und ein Schild mit bayerischen Rauten zu sehen. Bei ihnen handelt es sich offensichtlich um Beutestücke aus dem laufenden Feldzug. Übersetzt lautet die Umschrift

„Einzug der Franzosen in München/Eroberung von ganz Bayern im Jahre 8, des ersten des Konsulats von Bonaparte“ [„ENTRÉE DES FRANÇAIS À MUNICH/ CONQUÊTE DE TOUTE LA BAVIERE L´AN VIII. PREMIER DU CONSULAT DE BONAPARTE“].

Als sich am 28. Juni 1800 4.000 Mann französische Truppen unter General Decaen der bayerischen Hauptstadt näherten, waren diese sehr verwundert, dass sie von der Münchner Bevölkerung neugierig empfangen wurden. Die pro-französische Stimmung der Einwohner der unverteidigten Stadt erklärt sich vor allem mit ihrem Unverständnis über die Haltung des neuen Kurfürsten Max IV. Joseph, der selbst nach Amberg geflohen war und als francophil galt. Er hatte zur Enttäuschung weiter Teile seines Volkes das Bündnis mit dem Kaiser in Wien nicht verlassen.

Die Sympathien für die Franzosen ließen allerdings deutlich nach, als die Soldaten in die Wohnungen der Bürger einquartiert wurden und es zu Überfällen und Plünderungen durch die teils stark alkoholisierten Truppen kam. Die Situation verschlechterte sich weiterhin, da die Stadt eine riesige Summe von 120.000 Gulden an Kontributionen zu leisten hatte und noch weitere französische Einheiten in und um München lagerten. Nach dem Sieg der Franzosen bei Hohenlinden im Dezember 1800 nahmen die Gewalttaten und Überfälle stark zu. Die Stimmung in der Bevölkerung wurde allerdings auch dann nicht wirklich franzosenfeindlich, da die Erfahrungen der Münchner mit den verbündeten Österreichern noch schlechter gewesen waren. So hielt sich der Jubel für Max IV. Joseph am 14. April 1801 sehr in Grenzen, als dieser wieder in seine von den Franzosen nach mehr als neunmonatiger Besatzungszeit geräumte Hauptstadt einzog.

Heimers, Manfred-Peter: Die Trikolore über München, München 2000.

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