Ludwig I.

Schützenscheibe „Verteidigung des Friedhofes in Kissingen durch bay. Jäger am 10. Juli 1866“ (1866)

Beleg:

Bayern & Preußen & Bayerns Preußen. Schlaglichter auf eine historische Beziehung. Katalog zur Ausstellung in der Bayerischen Vertretung, Berlin, 13. Mai bis 20. Juni 1999 und zur Bayerischen Landesausstellung auf der Plassenburg, Kulmbach, 8. Juli bis 10. Oktober 1999. Hrsg. von Johannes Erichsen und Evamaria Brockhoff, Augsburg 1999 (= Veröffentlichungen zur Bayerischen Geschichte und Kultur, Nr. 41/99, hrsg. vom Haus der Bayerischen Geschichte), S. 423.

Künstler, Ersteller / Fotograf: unbekannt
Lageort: Schützengesellschaft Emskirchen
Copyright: Digitalbild: Haus der Bayerischen Geschichte, Augsburg
Untertitel:

Schützenscheibe, Öl auf Holz, 11.10.1866, 69x69 cm

Kunst

Schützenscheibe der Schützengesellschaft Emskirchen, von 1866.

Ansicht bayerischer Soldaten im Kirchhof bei der Schlacht in Kissingen am 10.7.1866.

Inschrift: „Verteidigung des Friedhofes in Kissingen durch bay. Jäger am 10. Juli 1866 | gewid: vom diesjähr. Schützenmeister | Val. Fürstenhöfer | den 11.Octbr.1866“.

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Hauptort der bayerischen Verteidigung von Kissingen war der etwas erhöht situierte Kirchhof. Nach dem Verlust des Südteils der Stadt konnte auch die Hauptbrücke über die Saale nicht mehr verteidigt werden und nun leistete nur mehr die Besatzung des Kirchhofs energischen Widerstand gegen die angreifenden Preußen. Bereits von drei Seiten umfasst, schien es nur noch eine Frage der Zeit, wann sich die Verteidiger der Übermacht des Gegners ergeben mussten. Die Attacken einer Eskadron des 4. Chevaulegers-Regiments war insofern ein Erfolg, als die preußischen Truppen abgelenkt wurden und sich deshalb der größere Teil der Besatzung des Kirchhofs in Richtung Winkels durchschlagen konnte.
Die Darstellung auf der Schützenscheibe ist historisch nicht korrekt, da der Kirchhof nicht von Jägern, sondern von zweieinhalb Kompanien des 11. Infanterie-Regiments verteidigt wurde. Dies mag einerseitsauf den „Jäger-Mythos“ zurückzuführen sein, denn die Jäger galten als Elitetruppe, andererseits kann eine bekannte, etwa 30 Jahre ältere Lithographie von Daniel Monten die Vorlage geliefert haben, in der bayerische Jäger bei der Verteidigung eines Friedhofs dargestellt sind. Die Schützengesellschaft mag sich auch den bayerischen Jägern besonders verbunden gefühlt haben, da bei diesen gerade auf die Schießausbildung großer Wert gelegt wurde.

(Ernst Aichner)

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